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7Jun/110

Google E Wallet kommt

Wer in Zukunft bei Zaro`s einen Kaffe will, der muss bloß sein Handy rausholen um zu bezahlen.Die Amerikanische Kette ist eine der ersten die auf das Bezahlsystem "Google Wallet" eingerichtet sind. Am Donnerstag präsentierte Google sein neues Bezahlsystem in New York.

In Deutschland wird Near Field Communication ebenfalls getestet

Wann Google Wallet in Europa installiert wird, ist noch nicht klar. Eines ist jedoch klar die Technologie der NFC Chips ist nichts neues. Es sind kleine Rechenchips mit niedrigem Energiebedarf, die sich Daten bis auf 10 Zentimeter übertragen können. Sie werden auch schon hier zu Lande erprobt. Die Bahn arbeitet an einem System das sich Touch and Travel nennt, wo es reicht das Handy an einen "Touchpoint" zu halten um eine Ticket zu erstehen. BMW will es möglich machen, dass man seine eigene Konfiguration des Autos im Smartphone sichern kann, und in Tönisvorst bei Krefeld kann man schon seit 2008 im "Real"-Futurestore ohne Geld oder Chip-Karte seine Rechnung begleichen.

Jeder will ein Stück vom Kuchen

Dienstleister, Banken und Telekomkonzerne bereiten sich darauf vor direkt mitzumischen und Geld zu verdienen sobald Millionen von Menschen damit starten Via Smartphone zu shoppen. Bei dem Kampf um die Kunden wird auch mit harten Bandagen gekämpft. Google hatt bereits eine Klage am Hals. Zwei Arbeitnehmer die bei Google Wallet eine leitende Rolle einnehmen, haben zuvor bei Paypal gearbeitet die ebenso an einem Zahlungssystem via Handys arbeiten. Die Anklage lautet: Geheimnissverrat. Es geht hierbei auch um einen Haufen Geld. Bloß in Amerika wurden im letzten Jahr 3700 Milliarden Dollar über EC-Karte ausgegeben, was den Geldkartenunternehmen etwa 50 Milliarden Dollar an durch Gebühren bescherte. Damit das in Zukunft auch so bleibt, bereitet sich jeder Betrieb mit ihren Partnern auf den Wechsel zum Mobiltelefon-Portemonnaie vor. Google`s Partner sind Mastercard sowie Citibank und andere Finanzdienstleister. Um Gebühren geht es Google dabei überhaupt nicht, Google Wallet wird den Kunden gebührenfrei suggeriert, an Beitragszahlungen ist das Unternehmen garnicht interresiert, es dreht sich dabei um etwas ganz anderes.

Google und die Macht über die Daten

"Jedes Geschäft enthält viele Informationen"so Golvin das fängt bei der Wahl des Geschäfts an und hört bei der Markenwahl auf (Etnies oder DC?) bis hin zu den Angaben was zu welchem Zeitpunkt wo eingekauft wurde. Um rückschließend aus diesen Unterlagen neue Artikel zu präsentieren oder ein optimierteres Interessenprofil des Kunden zu schaffen. "Das sind Daten, die Google ins Visier nimmt" so Golvin "denn daraus besteht das Hauptgeschäft des Unternehmen". Im letzten Jahr nahm Google 30 Milliarden Dollar, vorrangig über Anzeigen ein. In Zukunft will Google das Geschäftsgebiet erweitern ebenso wie es Groupon zb. tut. Dies wird per Sonderangebote via Email geschehen, Google Offers der neue Service den Google ebenfalls am Donnerstag präsentierte. Ein Testlauf wird vorerst in Portland Oregon gestartet. Über 20.000 US Konzerne sind schon Partner von Google geworden, ihnen wurde ein "stark kontextbezogener" Service garantiert. im Klartext: Aufgrund ihrer Daten weiß Google wo sich die Android Smartphones befinden, so können aktuelle Angebote verschickt werden. Die einzelnen Interessen der Anwender weiß die Suchmaschine meistens schon dank vorhergegangener Serviceleistungen, die die User täglich nutzen. "Das oberste Ziel bei Reklame ist stets, Anzeigen direkt mit dem Einkauf zu verknüpfen" erklärt Recon-Analyst Roger Entner. "Aus der Variation des Mobiltelefon-Geldbeutels und den Sonderangeboten "kommt Google diesem Ziel merkbar näher" Google sagt dass sie Null Unterlagen über die Artikel erhält die durch Google Wallet gekauft werden, aber allein Ort und Zeit des Kaufes können jede Menge über den Anwender verraten. "Google kennt ihren Namen "sagt Entner" und kann ihre Vorlieben beim Einkaufen mit anderen Informationen zu verbinden." Auf die Dauer kann man die unterschiedlichen Informationen von Google und verschiedenen anderen Google Diensten verknüpfen und demzufolge kann ein gläserner Kunde gemacht werden, befürchtet der Telekomexperte."Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung Verlust der Privatsphäre", so Entner. "Wer in Zukunft Google Wallet, Google Target und weitere Dienste benutzt, sollte sich bewusst sein" Man lässt sich auf einen Handel ein - der Preis für das Sonderangebot sind Einsichten in das eigene Leben.

Der Kunde muss auch was davon haben

Beobachter des Marktes sind sich sicher, dass Google in Zukunft jede Menge Rivalität bekommen wird. Microsoft hatt sich zb mit Nokia zussamengetan die schon seit langem an der Near Field Communication-Technik arbeiten. Über Apple gibt es auch schon verschiedene Gerüchte. Als größter Konkurrent, hatt Apple schon über 200 Millionen Kundendaten durch den Apple-Store gesammelt. Der Aufbau einer eigenen Werbeplattform ist schon im Gange.Wenn man Spekulationen glauben darf, hatt das neue Iphone ebenfalls Near Field Communication-Chips eingebaut. "Das war nur der Anfang in einem Kampf um Kunden, der Jahrelang anhalten wird", lautet die Behauptung des Forrester-Analyst Charles Golvin mit Ansicht auf die Inbetriebnahme von Google Wallet. Seiner Meinung nach wird das neue System dagegen ausschließlich dann gut anlaufen, sobald es dem Kunden eindeutige Verbesserungen gegenüber dem klassischen Portemonnaie bringt. "Wenn Dinge wie Treuepunkte-Sammeln, Rabatte, Bezahlung und Quittung mit einem schnellen Handy-Wedeln abgewickelt werden können" sagt Golvin. "dann erschließt sich auch dem Kunden, wo der Sinn liegt."

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