Motoröl – sinnvoll oder nicht?
Grundsätzlich ist ein Zweitaktdieselmotor in Bezug auf den Schadstoffausstoß nicht schlechter als ein Viertaktdieselmotor. Der Nachteil von Vergaser-Zweitaktmotoren besteht darin, daß hier die Spülung (Verdrängung der Abgase) des Zylinders mit Vergasergemisch, also mit einem Gemisch aus Treibstoff und Luft erfolgt, weshalb viel unverbrannter Treibstoff in das Abgas gelangt. Bei Dieselmotoren wird der Treibstoff in der Nähe (kurz vor Erreichen) des oberen Totpunktes des Kolbens ein gespritzt. Das Problem von unverbrannten Treibstoffen im Abgas ist hier also nicht größer als bei Viertaktmotoren. Die Motorenölbelastung der Frischluft bzw. des Vergasergemisches kann vermieden werden, wenn keine Kurbelkastenspülung, sondern eine Fremdspülung durch einen zusätzlichen, mechanisch an den Motor gekoppelten Verdichter oder einen Abgasturbolader erfolgt. Beides ist sowohl bei Otto- als auch bei Diesel-Zweitaktmotoren möglich. (Bei der Kurbelkastenspülung wird die Spülluft bzw. das Spülgemisch bei Vergasermotoren durch den sich abwärts bewegenden Kolben im Kurbelkasten verdichtet und gelangen dann von dort über den Überströmkanal in den Zylinder. Alle Zweitaktmotoren beschleunigen schlechter als Viertaktmotoren, gerade auch dann wenn sie mit Verdichter oder Abgasturbolader betrieben werden. Das bekannte „Turboloch“ wirkt sich hier noch stärker aus als bei auf geladenen Viertaktmotoren. Viertaktmotoren saugen im Ansaugtakt grundsätzlich so viel Verbrennungsluft an, wie sie für den Arbeitstakt benötigen. Abgas und Frischluft sind durch die zwei zusätzlichen Takte (Abgasausstoß- und Luftansaugtakt) getrennt. Der Verbrennungsvorgang wird hier also kaum durch restliche Abgase gestört. Der Zweitaktmotor ist für die Spülung und die Luftzufuhr auf das an gewiesen, was der Verdichter ihm zur Verfügung stellt. Das wiederum hängt bei dem Abgasturbolader mehr noch als bei dem mechanischen gekoppelten Verdichter von der vorher vom Motor,der mit Motoröl versorgt wird, selbst erbrachten Leistung ab. Bei der Kurbelkastenspülung komprimiert der Zylinder die von ihm benötigte Luft im Kurbelkasten zwar selbst. Die Luftmenge und der Spüldruck sind hier aber systembedingt begrenzt und immer deutlich geringer als bei Fremdspülung, was dazu führt, daß mehr Restabgase die Verbrennung stören, während die Spülung bei fremdgespülten Motoren deutlich effizienter ist. Außerdem ist die Motorölbelastung bei Kurbelksastenspülung grundsätzlich ein Problem, auch wenn sie durch Anwendung von Wälzlagern an Pleuellagern und Tropfölschmierung ein gedämmt werden kann. Die schlechte Beschleunigung schränkt den Gebrauch von Zweitaktmotoren im Straßenverkehr somit ein. Zweitaktdieselmotoren werden aber in großem Maße in Baumaschinen, stationär, in Schiffen und teilweise auch in Diesellokomotiven ein gesetzt.